„In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“ – Kunstrasenplätze in Heek und Nienborg werden im Jahr 2026 Wirklichkeit

„In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“ – unter diesem Motto sind die drei Vereine in der Gemeinde Heek, SC Ahle, SV Heek und Rot-Weiß Nienborg, seit einigen Jahren in Sachen Kunstrasenplätze gemeinsam tätig und nun auch erfolgreich.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Planungen vom Architekturbüro Brinkmann und Deppen aus Sassenberg zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, auf dieser Grundlage die Ausschreibungen der beiden Kunstrasenspielfelder vorzunehmen.

Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. (FH) Lars Rußwinkel stellte dem Gremium die Planungen vor. Im Mittelpunkt seiner Präsentation standen die Errichtung der Plätze sowie Fragen zur Pflege und Wartung der Plätze. „Die wöchentliche Pflege ist von den Vereinen mit kleinen Pflegegeräten im unteren Preisrahmen durchzuführen“, erläuterte er die regelmäßig erforderlichen Maßnahmen. „Die Intensivpflege sollte jährlich aufgrund der Anschaffung von Gerätschaften im höheren Preisrahmen von 20.000 Euro durch eine Fachfirma erledigt werden. Im Abstand von fünf bis acht Jahren sollte der Kork ergänzt werden“, führte der Architekt weiter an. Die Verlagerung des Granulats durch Starkregenereignisse kann durch leichte Pflegearbeiten der Platzwarte der Vereine gerichtet werden. „Je nach Pflege sind die Plätze sechs Wochen bis 17 Jahre haltbar“, sagte Rußwinkel. Nicht zu empfehlen ist die Nutzung des Platzes für Veranstaltungen wie das KAB-Zeltlager oder Leistungswettkämpfe der Feuerwehr, gab der Landschaftsarchitekt auf Nachfrage an.

Die Vertreter der Vereine sind sich ihrer Aufgabe und Pflicht bewusst. Das erlebten sie hautnah bei Platzbesichtigungen in Velen, Marbeck, Weseke, Ammeloe und Legden. Allen voran der Platzwart von TUS Velen zeigte auf, wie wichtig regelmäßige Pflege der Spielfelder ist, damit sie eine möglichst lange Haltbarkeit haben.

Die Vertreter der drei Vereine verständigten sich in Zusammenwirken mit Verantwortlichen der Verwaltung und mit dem Landschaftsarchitekten auf einen Sand-Korkverfüllten Kunstrasen. Dieses System wurde in der jüngeren Vergangenheit in Legden, Ammeloe, Velen, Osterwick oder Darfeld verbaut. Gegenüber anderen System bietet dieses eines umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Korkinfill. Das System mit einer Faserlänge von 35 oder 40 Millimeter hat einen klassischen Überstand von 16 Millimeter. Es bewegt sich im mittleren Preissegment und bietet den Sportlern eine gute Dämpfung und ein gutes Spielverhalten. Den Beteiligten ist bewusst, dass bei Nässe ein erhöhter Pflegeaufwand betrieben werden muss.

Die Ausschreibungen werden zeitnah auf den Weg gebracht, sodass die Vergabe der Aufträge im Herbst dieses Jahres erfolgen kann. Baubeginn und Fertigstellung ist für den Frühjahr des kommenden Jahres geplant. „Die Plätze können ab Verfüllung benutzt werden“, sorgte die Aussage von Lars Rußwinkel bei den Verantwortlichen der Vereine für Zuversicht, dass die neuen Spielfelder ab Mitte des kommenden Jahres genutzt werden können.

Bis dahin gibt es auch für die Vereine noch einiges zu tun. Hier geht es vor allem um mögliche Eigenleistung und finanzielle Mittel. Die Kosten für beide Spielfelder belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. 70 Prozent der Kosten werden durch die Gemeinde getragen, die Vereine müssen sich mit 30 Prozent beteiligen.

Aus Gründen der Gewährleistung ist der mögliche Eigenanteil der Arbeiten, die die Vereine in Eigenregie leisten können, knapp bemessen. „Die Arbeiten müssen klar abgegrenzt sein“, gab Lars Rußwinkel den Vereinsvertretern mit auf den Weg. Die Vereine können sich hauptsächlich außerhalb der Spielfelder einbringen. Zum Beispiel bei den Arbeiten an der Flutlichtanlage, bei den Pflasterarbeiten und den Abgrenzungen um die Spielfelder.

Zu den finanziellen Mitteln wie Eigenanteil und den Folgekosten haben sich die Vereinsvertreter mehrfach mit Vertretern der Verwaltung und dem Gemeindesportverband Gedanken gemacht. Erste Gespräche mit potenziellen Sponsoren und Unterstützern waren erfolgsversprechend. Weitere Dinge wie Sponsorenabend mit im Gemeindegebiet ansässigen Firmen, Sponsorenlauf, Crowdfunding, Umweltaktion oder eine Platzpaten-Kampagne sollen im hierbei durchgeführt werden. Für die Folgekosten wie beispielsweise die grundlegende Renovierung in etwa 15 Jahren zahlen die Vereine anteilig Geld auf einem gemeinsamen Konto ein. Aktuell wird eine Nutzungsvereinbarung über die Breitstellung und Nutzung der beiden Spielfelder erstellt, die unter anderem eine gleichmäßige Verteilung der Nutzung der Plätze regelt. Hierzu und zu anderen Themen haben die Verantwortlichen Erfahrungen aus den Nachbarkommunen eingeholt.

Damit geht ein lang gehegter Wunsch der Vereine in Erfüllung. Damit wird den ehrenamtlich getragenen Vereinen eine zukunftsfähige Entwicklung ermöglicht. Die Zwangspause in den witterungsbedingt schlechteren Monate gehört damit zukünftig der Vergangenheit an.

Bereits im Jahre 2009 stellte der Nienborger Sportverein einen Antrag, das zweite Spielfeld in ein Kunstrasenspielfeld umzuwandeln. Aus Kostengründe wurde dieses Ansinnen abgelehnt, das Spielfeld wurde saniert. Vor fünf Jahren stellten die drei Vereine erstmalig einen gemeinsamen Antrag. Dem folgte ein zweiter Antrag im Dezember des vergangenen Jahres. Nicht zuletzt wegen dem zwischenzeitlich erstellten Sportentwicklungskonzept, das die Errichtung von zwei Kunstrasenspielfeldern für notwendig erachtet, um eine sportliche Betätigung der Aktiven qualitativ angemessen zu ermöglichen, nahm die Thematik Fahrt auf. Im März dieses Jahres hat der Rat die finanziellen Mittel in die mittelfristige Planung für den Haushalt 2026 eingestellt. Damit waren die Maßnahmen bewilligt. Sowohl im Heeker Dinkelstadion als auch im Eichenstadion Nienborg werden die zweiten Rasenspielfelder in Kunstrasenspielfelder umgewandelt. Die Errichtung geht mit der Aufgabe von vorhandenen Rasenplätzen einher. Besonders glücklich sind die Vereine über die Entscheidung der Verwaltung und des Gemeinderates, dass sofort beide Kunstrasenspielfelder gleichzeitig geschaffen werden. In ihren Anträgen hatten die Vereine „nur“ eine Errichtung für 2026 in Heek und 2027 in Nienborg ins Auge gefasst. Die Gremien fassten den Entschluss auch vor dem Hintergrund, dass sich die drei Vereine gemeinsam auf den Weg machen – „In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“